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18. Januar 2012

Köhn Logistik: Hoffen auf einen Investor

Neumünster. Nach der Speditionsgruppe Petersen in Wasbek hat es auch die Firma Köhn Logistik in Neumünster erwischt: Die Spedition an der Wrangelstraße 16-20 musste Insolvenz beantragen.

Geschäftsführer Arne Köhn stellte den Antrag, als ein italienischer Spediteur, der Köhn als Subunternehmen beauftragte, von einem Tag auf den anderen die Zusammenarbeit aufgekündigt hatte. Zurückgehaltene Zahlungen führten zu einem Liquiditätsengpass.

“Der Geschäftsbetrieb wird aufrecht erhalten. Wir informieren gerade unsere Kunden”, sagte Köhns Schwester Melanie. Sie ist Gesellschafterin und Prokuristin der Spedition. “Das ist natürlich für unsere 28 Mitarbeiter eine unglückliche Situation, aber sie sind erst einmal durch das Insolvenzgeld abgesichert”, sagte sie dem Courier. Die Eröffnung des Verfahrens sei zum 1. April geplant. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Hamburger Rechtsanwalt Dr. Hans-Peter Rechel von der Kanzlei Wülfing, Zeuner, Rechel bestellt. Er erstellt zurzeit ein Konzept zur Sanierung.

Das Unternehmen Köhn Logistik geht auf die 1987 gegründete Spedition Köhn zurück. Sie musste 2001 Insolvenz anmelden. Vor zwei Jahren starb der Firmengründer Dietrich Köhn. 2007 wurde der Nachfolgebetrieb von der Leinestraße an die Wrangelstraße verlagert.

“Ich hoffe natürlich, dass es weitergeht”, sagte Lagerist Norbert Knobel gestern zum Courier. Der 47-Jährige arbeitet seit viereinhalb Jahren bei Köhn und machte seinerzeit bereits den Umzug an die Wrangelstraße mit. Die Chancen, dass Knobel und die anderen Mitarbeiter ihren Job behalten, stehen gar nicht so schlecht.

Die Firma betreibt ihr Speditionsgeschäft im Nah- und Fernverkehr mit Sammeltransporten und Stückgut sowie einer Lagerhaltung. Nach Angaben des Insolvenzverwalters Rechel ist das Geschäftsfeld “ein bunter Blumenstrauß, bei dem zu überlegen gilt, ob alles so weiterzuführen ist”. Wegen der finanziellen Schieflage wurde der Fahrzeugbestand von 20 auf 15 Lkw zurückgeschraubt. Doch die “Leute sind gut, auch die Geschäftsführung ist fachkundig”, sagte Rechel und zeigte auch zwei Alternativen auf: “Entweder das Unternehmen wird saniert, oder ein Investor übernimmt die Spedition oder auch Teile davon.” Er führe zurzeit Gespräche mit zwei potenziellen Investoren, die ihr Interesse bekundet hätten. Einer von ihnen habe sich das Unternehmen bereits angesehen. Rechel: “Da wir zum Glück keine Rezession haben und das auch für 2012 nicht zu erwarten ist, gibt es Chancen.”

 

(Quelle: ro, Holsteinischer Courier, 18.01.2012)

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